Schnitt für Schnitt zur perfekten Form

Du möchtest deinen Buchsbaum schneiden? Damit dir ein optimales Schnittergebnis gelingt, sind einige Faktoren zu beachten. Hier zunächst eine kleine Übersicht, woran du denken solltest, bevor du loslegst:

Das richtige Schnittwerkzeug

Optimalerweise werden Buchsbäume immer mit einer Handheckenschere geschnitten. Dies ist mit Abstand der sauberste und feinste Schnitt. Wenn du noch keine Erfahrung mit dem Schnitt von Buchsbäumen hast, dann empfehle ich dir, immer zur Handheckenschere zu greifen. Denn damit sind Schnittfehler nicht so dramatisch, als wenn du zum Beispiel mit einer Motorheckenschere abrutschst und so deine geliebte Kugel verstümmelst. Mit einer Elektro- bzw. Motorheckenschere bist du in der Regel schneller, aber wie eingangs erwähnt, ist das Ergebnis per Hand immer besser, sowohl optisch als auch für die Gesundheit der Pflanze! Auch eine Rosenschere solltest du immer bereithalten, etwa für filigrane Schnitte. Egal welches Werkzeug du verwendest, achte immer auf scharfe Klingen! Eine scharfe Schere schneidet, während eine stumpfe Schere quetscht. Das führt zu Wunden an der Pflanze, die viel schlechter verheilen und somit Eintrittspforten für Krankheiten darstellen können. Außerdem werden unsauber geschnittene Blätter gelb, was für eine unschöne Optik sorgt. Ein Tropfen Öl schafft Abhilfe, falls sich deine Schere nur schwergängig betätigen lässt.

Der richtige Zeitpunkt

Auch die Frage, wann ich meinen Buchsbaum schneiden sollte, ist wichtig. Einen ersten Grobschnitt empfehle ich dir Ende März nach dem Frost. Solltest du vorhaben, deinen Buchsbäumen einen Radikalschnitt zu verpassen, um zum Beispiel aus einem Würfel eine Kugel zu formen, oder eine zu hoch gewachsene Hecke extrem zu kürzen, dann tue das auch jetzt. Den ersten Feinschnitt empfehle ich dir Ende April/Anfang Mai. Jetzt ist der Austrieb in der Regel beendet und die frischen Triebe beginnen auszuhärten. Schneidest du jetzt, sehen deine Buchsbäume für eine lange Zeit geschnitten aus. Den zweiten Feinschnitt kannst du Mitte August, spätestens Mitte September vornehmen, denn deine Buchsbäume werden nach dem ersten Schnitt nochmal ausgetrieben sein. Ein häufiger Schnitt fördert zudem einen dichten, lückenlosen Habitus deiner Buchse. An heißen Tagen solltest du niemals in praller Sonne schneiden, da die Blätter dazu neigen, zu verbrennen. Warte am besten auf einen bedeckten Tag oder schneide abends.

Wie schneide ich?

Möchtest du, dass deine Buchsbäume noch größer werden oder nicht? Wenn deine Pflanzen an Volumen zulegen sollen, dann schneide bei jedem Schnitt die Hälfte des Neuaustriebes ab. Niemals weniger, sonst wirst du keinen dichten Wuchs erreichen. Bei einem Erhaltungsschnitt solltest du den Neuaustrieb komplett abschneiden. Ein Radikalschnitt kann auch ins alte Holz erfolgen, denn ein gesunder Buchsbaum wird auch nach einem solchen Schnitt neu durchtreiben (Schnitt ins alte Holz nur Ende März).

Frisch geschnittene Buchskugeln
Frisch geschnittene Buchskugeln

Übung macht den Meister

Was gibt es sonst noch Grundsätzliches beim Buchsbaum schneiden zu beachten? Mit Sicherheit gibt es den einen oder anderen Leser, der sich bei perfekt rund geschnittenen Kugeln fragt „Wie hat er oder sie das gemacht?“

Ich möchte dich ermutigen, von Anfang an ohne Schablonen oder dergleichen zu schneiden. Einmal damit angefangen, kann man später ohne solche Hilfsmittel kaum ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen. Gehe mit Geduld an die Sache heran und schneide bei Unsicherheit einmal grob vor. Entferne dich ein paar Meter von der Pflanze und korrigiere gegebenenfalls nochmal nach. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch meine ersten Versuche waren alles andere als perfekt! Ich kann dir versichern, dass du mit der Zeit ganz von alleine besser wirst und ein Auge für harmonische Formen entwickeln wirst.

Solltest du krankhafte Buchsbäume haben, dann schneide diese unbedingt zuletzt und desinfiziere anschließend deine Schere. Dies kannst du mit kochendem Wasser, Alkohol oder Spiritus erledigen. Hintergrund ist, dass du beispielsweise Pilzkrankheiten oder Viren mit deiner Schere von Buchs zu Buchs überträgst. Wichtig: krankhaftes Schnittgut immer entsorgen und nicht auf den Kompost schmeißen, sonst verteilst du die Pilzsporen mit der frisch gewonnenen Komposterde!

Tipps und Tricks

Zum Abschluss noch ein paar kleine Tipps: Wenn du Buchsbäume in Töpfen und Kübeln besitzt, stelle sie zum Schneiden auf einen kleinen Hocker, denn dann musst du dich nicht ständig bücken. Auch kannst du so an heißen Tagen schneiden, indem du deine Buchsbäume per Sackkarre an ein schattiges Plätzchen bringst. Lass sie dort nach dem Schnitt am besten noch zwei Tage stehen, bevor es wieder in die pralle Sonne geht. Das Aufräumen kannst du dir erleichtern, indem du in deinen Beeten alte Tücher oder Folien unter den zu schneidenden Buchsen ausbreitest.

Und nun wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg beim Schneiden! Übrigens: In einem weiteren Ratgeber findest du Tipps, wie du den „Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen“ kannst.

Hat dir mein Ratgeber zum Thema „Buchsbaum richtig schneiden“ gefallen? Ich freue mich über deine Fragen und Anregungen – nutze dazu gerne die Kommentarfunktion.